Innovations-Weltmeister Schweiz? Die Realität sieht bei KMU anders aus.

Dominik Thomann, UpSpin Innovation

Key Insights:

  • Schweizer KMU verlieren an Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit
  • KMU müssen handeln, um nicht abgehängt zu werden

Beim «Global Innovation Index» belegt die Schweiz regelmässig einen der besten Plätze (#1 von 2014-2018).

Die kürzlich veröffentliche Studie «Innovationskraft der Schweizer Industrie 1997–2014: Neu bewertet» der SATW nimmt die Schweizer Wirtschaft etwas genauer unter die Lupe und kommt zu einem differenzierteren Schluss. Gleich zu Beginn stellt die Studie fest:

«So gibt es Hinweise, dass Schweizer Industrieunternehmen, insbesondere KMU, im Beobachtungszeitraum Innovationskraft und Konkurrenzfähigkeit eingebüsst haben.»

Und

«Schweizer Industrie-KMU haben vermehrt Mühe, die hohen Kosten für F&E zu tragen, und ihre Anstrengungen scheinen immer seltener erfolgreich zu sein, wie die Studie zeigt. Die fortschreitende Globalisierung sowie disruptive Technologien und Geschäftsmodelle im Zuge der Digitalisierung erschweren die Situation zusätzlich. Grössere Unternehmen verlagern zudem ihre Forschung vermehrt in Länder, die staatliche Anreize dafür bieten. Wie kann unser Land dieser Situation begegnen? Was kann die Politik tun, um die Innovationskraft der Schweizer Industrie zu erhalten? Diese Diskussion muss verstärkt geführt werden.»

Die Studie teilt neue Produkte wie folgt ein:

Firmenneuheiten – Neue Produkte im Portfolio, die im Markt bekannt sind (Nachahmerprodukte).

Marktneuheiten – Innovative, neue Lösungen.

Spezifisch bezüglich KMU findet die Studie:

  • «Der Umsatz mit Firmenneuheiten in Bezug zum Gesamtumsatz nimmt bei KMU und Grossunternehmen aller Industrieklassen zu.
  • Der Umsatz mit Marktneuheiten in Bezug zum Gesamtumsatz sinkt bei KMU und Grossunternehmen aller Industrieklassen.
  • Einzig KMU der Klasse Pharma verzeichnen steigenden Umsatz mit Marktneuheiten.»

D.h. die KMU bringen zwar aktiv neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt, jedoch wenige davon sind wirklich Marktneuheiten! Dies widerspiegelt die eher konservative Haltung vieler KMU. Das Risiko, langfristig von der internationalen Konkurrenz verdrängt zu werden, steigt damit jedoch beträchtlich.

Zusätzlich nimmt der Erfolg von neuen Produkten ab:

  • Geringerer Umsatz mit neuen Produkten – trotz erhöhten F&E-Ausgaben! «KMU der Klassen Chemie, Elektronik/Instrumente und Maschinen sowie Grossunternehmen der Klasse Elektronik/Instrumente verzeichnen einen Umsatzrückgang mit neuen Produkten, obwohl sie – gemessen am Umsatz – ihre F&E-Ausgaben erhöhen.»
  • Resignation: «KMU der Klasse Textil/Bekleidung resignieren: Sie reduzieren ihre F&E-Anstrengungen und erzielen mit neuen Produkten sinkende Umsätze.»

Diese Aussagen sind dramatisch. Viele KMU erhöhen ihre F&E Ausgaben, sind aber mit ihren neuen Produkten weniger erfolgreich. Andere KMU mit grosser internationaler Konkurrenz scheinen bereits aufgegeben zu haben und investieren wenig bis gar nicht mehr in innovative Produkte.

Was denken Sie, was die Gründe sind?

Die Studie fragt, was die Politik tun kann. Meiner Meinung nach sollten wir nicht darauf warten, dass der Staat dies für uns löst, sondern wir als KMU müssen selber aktiv werden.

Was können und sollen wir Ihrer Meinung nach tun?

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